Gründung der VSAN
Mit dem 1. Weltkrieg verschwand die Narretei, sie wurde offiziell verboten, mit einer kurzen Unterbrechung im Jahr 1922, bis ins Jahr 1925. Aber die Narretei ließ sich nicht ganz unterdrücken, die Narrenvereine waren weiterhin aktiv und wollten wieder auf die Strasse. Immer mehr Narren hielten sich nicht an das Verbot, Masken zu tragen, und in manchen Orten kam es zu richtigen Reibereien mit den Ordnungshütern der Polizei.
Die Vereine nahmen untereinander Kontakt auf und versuchten, sich gegenüber den Regierungen zu behaupten. Diese Bewegung führte 1924 zur Gründung der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) mit dem Ziel, eine öffentliche Fasnacht wieder politisch durchzusetzen. Und hier finden sich wohl auch die Ansätze dessen, dass sich bis heute so viele Narrenvereine so klar vom rheinischen Karneval distanzieren. Das Hauptargument gegenüber der Regierung, die Fasnet doch wieder zu erlauben, war nämlich die Berufung auf echtes, gewachsenes Brauchtum.
18 Narrenzünfte fanden sich damals zusammen, und bereits 1928 wurde ein erstes Narrentreffen durchgeführt, dem bis zum Beginn des 2.Weltkrieges noch weiter 6 Treffen folgten. Durch diese Treffen verstärkte sich vor allem in den 30er Jahren der Wunsch, nach Vorbild der eigentlich seltenen wirklich alten Zünfte, qualitätsmäßig schöne und hochwertige Häser zu tragen, und so wurden während dieser Zeit viele neue Häser nach alten Vorbildern oder auch ganz neu geschaffen. Die meisten dieser Figuren sind heute noch in unserer Fasnet zu sehen. Bis zum 2. Weltkrieg schlossen sich außerdem weitere 34 Narrenzünfte der VSAN an. Allerdings trat bereits 1937 eine der Zünfte, die Breisacher Gauklerzunft, wieder aus der Vereinigung aus, da ihr „mangelnde Historizität“ vorgeworfen wurde. Diese Zunft gründete darauf den ersten weiterer Dachverbände, die „Vereinigung Oberrheinischer Narrenzünfte“.