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Fasnacht im späten Mittelalter

Im späten Mittelalter war die Fastenzeit für die Bevölkerung wirklich eine schwere Zeit. Nicht nur der Verzehr jeglichen Fleisches von Warmblütlern, sondern auch deren Produkte wie Eier, Schmalz, Fett, Butter war strengstens verboten. So wurde in den Tagen vor Beginn dieser Fastenzeit nochmals geschlachtet und ausgiebig Fleisch verzehrt. Auch die verderblichen Nebenprodukte wie Fett und Eier mussten schnell noch verbraucht werden. In diesem Zusammenhang entstand z.b. das für die Fasnet typische Fettgebackene mit vielen Eiern darin, die Fasnetsküchle und -krapfen. So wurden vor der Fastenzeit den Menschen einige Tage gewährt, um eben das Menschliche auszuleben. Es wurde fröhlich „gefressen“ und „gesoffen“.

Allen Festen ist auch Musik und Tanz zugehörig, wobei dies aber immer eine Genehmigung der Obrigkeit erforderte und von dieser teils sehr strenge Auflagen gemacht wurden. Bei diesen Festen ging es oft sehr „heftig“ zu, denn auch der Sexualität wurde ziemlich freien Lauf gelassen. Die Kirche drückte dabei beide Augen zu. Bereits ab dem 13. Jahrhundert waren diese Gelage öffentlich.

Im 13. und 14. Jahrhundert kamen nun viele Schaubräuche im Rahmen der Fasnacht auf, vor allem getragen von den Handwerkern, einer Bevölkerungsgruppe, die durch ihre Nichtsesshaftigkeit sowieso nicht ganz kontrollierbar war. In den Dörfern entwickelten sich diverse Spottbräuche (z.b. das Pflugziehen in Fridingen), teilweise mit Vermummungen, und in den Städten gab es schon große Schauläufe (Umzüge).

Ab dem 15 Jahrhundert wurden diese Fasnachtstage immer mehr organisiert. In den freien Reichsstädten übernahmen dies die Handwerkerzünfte, wobei es strenge Beschränkungen gab für die von ihnen durchgeführten Festlichkeiten. In der Hauptsache waren dies Tanzveranstaltungen sowie Ess- und Trinkgelage. Ausschreitungen wurden heftig geahndet – und dieser Tatsache sind die ersten Erwähnungen der Fasnacht in den Büchern der Städte zu verdanken. Meist, wie auch im Falle der Stadt Wangen, waren dies Androhungen von Strafe oder von zeitweise vollständigem Verbot dieser Festivitäten.

Hier tauchten auch intensiv die Vermummungen und Maskierungen auf, denn unerkannt lies es sich trefflich bunt treiben. Dies zog aber bald wieder Verbote nach sich, denn wie sollten so Gesetzesübertretungen und gar die allerorts eintretende Aufmüpfigkeit gegen die Obrigkeit geahndet werden.

Um diese Fasnacht herum entstanden in den zwei folgenden Jahrhunderten viele neue Bräuche. Es entstanden Tänze, und vor allem auch die sogenannten Heischebräuche. Besonders die Kinder und die Jugendlichen gingen maskiert von Haus zu Haus und erbettelten sich, was eben zu bekommen war. Diese Bräuche breiteten sich aus im gesamten schwäbisch-alemannischen Raum.

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Herkunft des Wortes Fasnacht An der Schwelle zur Neuzeit